Oberems

    Als Ersterwähnung des Ortsnamens Oberems gilt eine Eintragung „in Emese“ von 1294 im Lehensbuch der Eppsteiner. Der Ort bestand wahrscheinlich schon erheblich länger und hat sich aus einer alten Hofsiedlung in mehreren Stufen entwickelt. 

    ZaDie wohl älteste Abbildung des Ortes Oberems auf einer Karte aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Auf der rechten Seite des Emsbaches ist die Brückenmühle zu sehen, linksseitig die Flur „Alte Glashütte“ (Ausschnitt; HHStAW Abt. 3011/1, Nr. 945 H).hlreiche Plätze von Eisenerzverhüttung, Köhlerei und Aschebrennerei weisen auf eine frühe Nutzung des umgebenden Waldgebietes und der Wasserkraft des Emsbaches hin. Dazu gehören auch die nassauische Glashütte im Hobholz von 1617/18 und die beiden Mühlen, belegt seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

    Die Bevölkerung betrieb jahrhundertelang Landwirtschaft verbunden mit Handwerks- und Gewerbebetrieben.









    Dieses Ortswappen von Oberems zeigt im linken Teil den nassauischen Löwen, rechts unten den Rost, auf dem der Kirchenpatron, der heilige Laurentius, verbrannt wurde. (Aus: Hermann Knodt, Hessisches Wappenbuch 1956).Ortsansässige Industrien waren die Firma Winkel aus Erdbach/Dillkreis, die von 1921 bis Ende 1925 am Hohenstein Quarzitabbau zur Herstellung von Mühlsteinen betrieb, und die Firma Maschinenfabrik Paul Goldhagen mit dem Nachfolgebetrieb Alois Herbst (1902-1988) GmbH, bei der von 1949 – 1990 viele Oberemser in Lohn und Brot standen.







    In der Maschinenfabrik Alois Herbst wird gearbeitet (Foto: Privatbesitz Jürgen Geiß)
    Oberems war ursprünglich nassauisch und fiel 1866 an Preußen. Als selbständige Gemeinde gehörte der Ort zum Kreis Untertaunus mit der Kreisstadt Idstein, wechselte bereits 1886 zum Kreis Usingen und 1928 zum Main-Taunus-Kreis mit der Kreisstadt Höchst. Seine Selbständigkeit verlor das Dorf durch die Gebietsreform 1972. Seitdem ist Oberems Ortsteil der Gemeinde Glashütten mit der Kreisstadt Bad Homburg.