Baugrundgutachten - Mühlweg 14

    Die Gemeinde Glashütten plant den Neubau mehrerer Wohnhäuser in Glashütten-Oberems, im Mühlweg 14. 

    Erste Untersuchungen auf dem ehemals gewerblich genutzten Grundstück wurden bereits 1994 durchgeführt. Im Jahr 2014 erfolgte durch die HYDRODATA GmbH, Oberursel, eine umwelttechnische Untersuchung. Nach den vorliegenden Unterlagen wurde das Gelände nach Abriss der Gewerbegebäude in den neunziger Jahren großflächig aufgefüllt.

    Von der HYDRODATA GmbH wurden Anfang 2016 im Auftrag der Gemeinde Glashütten zusätzliche Erkundungen im Hinblick auf die Bewertung des Baugrundes durchgeführt und in der umwelttechnischen Stellungnahme vom 29.02.2016 dokumentiert.

    Die Auffüllung setzt unter dem geringmächtigen Oberboden ein und besteht aus einem sandigen, kiesigen und steinigen Schluff, der häufig mit Fremdkomponenten wie Beton- und Ziegelresten vermischt ist. Die Auffüllung wird in der Regel zwischen 0,60 m und 1,30 m stark. Teilweise wurden alte Oberböden angetroffen.

    Unter der Auffüllung wurde eine Deckschicht aus Lehmböden in Form von Hanglehm beziehungsweise grobkörnige Ablagerungen (Hangschutt) erbohrt. Die Lehmböden der Deckschicht weisen eine überwiegend steife bzw. steif bis halbfeste Konsistenz auf.

    Es wird erwartet, dass mit abnehmender Verwitterungsintensität die Deckschicht in die Tiefe langsam in einen Felszersatz des devonischen Tonschiefers übergeht. Der Felszersatz setzt sich aus einem überwiegend steinigen, z.T. kiesigen und tonigen Bodenmaterial zusammen. Die Böden der Felszersatzzone sind als überwiegend sehr dicht gelagert zu bewerten. Im Bereich der Felszersatzzone, im Übergang zum devonischen Tonschiefergestein kann das Material in die Bodenklassen 5 und 6 eingestuft werden. Der anstehende Fels wurde mit den Bohrungen nicht aufgeschlossen.

    Zum Zeitpunkt der Untersuchung wurde in den Bohrungen in Tiefen zwischen 2,40 m und 3,70 m unter Geländeoberkante Grund- bzw. Schichtwasser angetroffen. Die Flurabstände stellen sich als ungleichmäßig dar. Ein einheitlicher Grundwasserspiegel ist nicht vorhanden. Unter steifplastischen Horizonten der Deckschichten ist das Schichtwasser z.T. eingespannt und nach Bohrende im Bohrloch um mehrere Dezimeter auf o. g. Niveau angestiegen.

    Die Lastabtragung kann in steif bis halbfestem Bodenmaterial sowohl als herkömmliche Flachgründung mittels durchgehender, bewehrter, möglichst biegesteifer Fundamentplatte als auch über Einzel- und Streifenfundamente erfolgen. Generell wird empfohlen, die Auffüllungen mit der Gründungssohle zu durchstoßen.

    Die anstehenden Böden sind als sehr frostempfindlich einzustufen. Keiner der anstehenden Böden ist für die Verfüllung der Arbeitsräume geeignet. Chemisch unbelasteter Boden kann zur Landschaftsgestaltung im Grünbereich wiederverwendet werden, sofern keine gärtnerischen Einwände bestehen und Setzungen in Kauf genommen werden können.

    Es wird darauf hingewiesen, dass diese Beurteilung nur auf punktförmigen Aufschlüssen beruht. Für die Klassifizierung des Bodens ist deshalb letztlich der großräumige Aufschluss der Baugrube maßgebend.

    Sämtliche oben aufgeführten Aussagen, Empfehlungen und Bewertungen basieren auf dem im Gutachten vom 29.02.2016 beschriebenen Erkundungsrahmen und den hierbei gewonnenen Erkenntnissen zu dem, zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens bekannten, Planungsstand.


    Folgende Text Passagen wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen geschwärzt:

    • Name, Vorname 
    • Firmen