Station VI

    Wie haben die Glasmacher gelebt und gearbeitet?

    Eine Ruhe-Info-Glas-Bank gibt Auskunft.

    Wegkreuzungen lassen kurz innehalten, über die weitere Laufrichtung wird entschieden. Warum sich nicht an dieser Stelle hinsetzen und darüber nachdenken, wie so eine Glashütte überhaupt gebaut und betrieben wurde. Viele Menschen sind hier schon seit Jahrhunderten, besser Jahrtausenden, vorbeigekommen.
    Die hier im Wald in einem kleinen Industriebetrieb des 15. Jahrhunderts gearbeitet haben, werden in dieser gläsernen Hi-Tech-Bank kurz vor dem konservierten Glashüttenstandort „An der Emsbachschlucht" vorgestellt.

    Text: Ines Nickchen


    Urheberin der dargestellten Glasinstallation: Ines Nickchen
    Foto: Ines Nickchen

    Glastechnik: Der Vitrinenboden besteht aus 2 Glasscheiben TVG  mit 4 xEVA Folien, die Sitzfläche aus einem Verbund von TVG-, ESG-, TVG- Glas also 3 Glascheiben und 4x EVA  Folien. Die Füße der Bänke sind aus Floatglas mit Edelstahlstäben. Das Floatglas ist mit glasklarem UV Kleber flächig verklebt.  verbunden. Farbiges Überfangglas wurde gesandtrahlt und die Schrift mit Farbe lesbarer gemacht.

    Text: Andreas Hart

    Text auf den bunten Glastafeln in der Bank:

    Die Anlage einer Glashütte setzt fließendes Wasser voraus, reichlichen Holzbestand und befahrbare Wege. Für den Bau der Öfen werden mit Ochsenfuhrwerken große Steine in die Nähe des Baches gekarrt. Während der Produktion muss hochwertiger, reiner Sand zur Hütte transportiert werden.

    Ein oder zwei Glasmeister leiten die Hütte. Nur sie kennen das Geheimnis der Herstellung des Glases. Die Glasmacher fertigen auch die großen, feuerfesten Tongefäße für die Schmelze aus Sand und Asche an.

    Aschebrenner gewinnen im Wald aus Altholz saubere Asche oder brennen im Winter ganze Bäume ab. Holzschläger fällen Buchenholz für das Feuer in den Öfen. Drei Schürer beheizen die Öfen. Bis zu 12 Glasknechte werden gebraucht, von denen im Schichtbetrieb immer vier gleichzeitig am Hauptofen als Glasbläser tätig sind.

    Ein Strecker bügelt aufgeschnittene Hohlgefäße glatt und stellt Flachglas für Fenster her.

    Familien müssen mithelfen, auch die Kinder. Frauen waschen und zerkleinern Altglas, das der Schmelze zugesetzt wird. Sie verpacken die Ware in Stroh und schichten sie in Transportkörbe. Kinder leisten Zuarbeit aller Art.

    Am Emsbach wurde nur einfaches grünes Glas hergestellt in unterschiedlichen Formen und Größen von Bechern, Flaschen, Apothekergefäßen und Fensterglas.

    Von Ostern bis Martini wurde gearbeitet. In der Zeit wohnten wohl auch die Familien im Hüttenbereich. Oberems lieferte die Lebensmittel.

    Text: Ingrid Berg