So kommen Borkenkäfer in den Garten

    Bei Borkenkäferbefall an Nadelhölzern im eigenen Garten ist grundsätzlich der Gartenbesitzer für dessen Bekämpfung zuständig...

    Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher befallen zwar vornehmlich Wälder können aber durchaus auch im Hausgarten an dort wachsenden Nadelbäumen unterschiedliche Alters vorkommen. Aufgrund der letztjährigen extremen Witterungsbedingungen mit besten Lebensbedingungen für Borkenkäfer ist die Gefährdungslage insgesamt extrem hoch, sowohl im Wald als auch in Gartenanlagen mit Nadelholz. Besonders gefährdet können Grundstücke sein, die in Reichweite zu Fichtenwäldern liegen. Der Schädling kann Distanzen von bis zu 600 Metern und mehr überwinden.

    Ist eine Region großflächig von einer Borkenkäferplage betroffen, können sich die gefräßigen, kleinen Biester aber auch von Grundstück zu Grundstück durchschlagen und dann irgendwann auch Gärten befallen, die weiter als 600 Meter vom nächsten Waldrand entfernt liegen.

    Borkenkäferbefall vorbeugen

    Es ist wichtig, nach jedem Baumschnitt im ausgeästeten Holz nach Spuren des winterharten Schädlings Ausschau zu halten. Notfalls muss man den befallenen Baum fällen, damit nicht der ganze Baumbestand des Gartens besiedelt wird. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Fichten, die im Garten oder rund ums Haus wachsen. Die Nadelbäume sind die absolute Leibspeise von Borkenkäfern. Laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn stehen aber auch Thuja, Scheinzypresse, Wacholder und Bastardzypresse auf dem Speiseplan des nimmersatten Schädlings.

    So entsteht eine Borkenkäferplage

    Zu einer problematischen Borkenkäferpopulationen kommt es in einer Region immer dann, wenn zwei Bedingungen zusammenkommen: günstige Witterungsverhältnisse und ein hoher Anteil bruttauglichen Materials, z.B. nach nicht zeitnaher Aufarbeitung von Windwurfholz. Es gibt mehr als 100 Borkenkäferarten in Europa. Die für die Bäume gefährlichsten Arten sind Buchdrucker und Kupferstecher, die vor allem Fichtenbestände befallen, sowie der Lärchenborkenkäfer. Die Tiere sind 0,8 bis neun Millimeter lang und dunkelbraun bis schwarz.

    Ein Borkenkäferweibchen legt im Verlauf der Vegetationsperiode 100 bis 150 Eier, wie die LWF mitteilt. In einem Jahr mit verhältnismäßig warmem Frühlings- und Herbstwetter, in dem die Temperaturen lange über 17 Grad liegen, können bis zu drei Borkenkäfergenerationen schlüpfen. Trotz Verlusten kann ein Käferweibchen mit drei Jungkäfergenerationen und zwei Geschwisterbruten mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen, erklärt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Eine die Entwicklung und Vermehrung des Borkenkäfers begünstigende Witterung zusammen mit hohem Anfall bruttauglichen Materials durch Windwurf  aber auch wie im letzten Jahr durch die fehlende Widerstandskraft ansonsten gesunder Fichten durch Wasserstress kann zu einer Borkenkäferkalamität führen, wie wir es aktuell gerade hautnah erleben.

    Die wichtigste Maßnahme, um eine Massenvermehrung zu verhindern, bestehe darin, Sturm- und Schneebruchschäden schnellstmöglich beseitigen, damit sich Borkenkäfer dort nicht einnisten. Aber auch dieses hat in und um Glashütten trotz intensivster Bemühungen der Forstbetriebe wegen der extremen Trockenheit leider nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt. Für das Jahr 2019 wird eine deutliche Ausweitung des Borkenkäferbefalls befürchtet, das warme, fast hochsommerliche Wetter um Ostern wird die Entwicklung nochmals verschärfen. Die Gegenmaßnahmen in den Wäldern mit intensivem Borkenkäfer Monitoring und zeitnaher Aufarbeitung der befallenen Fichten laufen auf Hochtouren.