Bauleitplanung der Gemeinde Glashütten, Ortsteil Schloßborn Bebauungsplan „Am Silberbach“ – 1. Bauabschnitt

    Bekanntmachung der Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB)

    Die Gemeindevertretung der Gemeinde Glashütten hat in ihrer Sitzung am 29.06.2017 die Aufstellung des Bebauungsplanes „Am Silberbach“ und am 27.08.2020 die Offenlegung des Bebauungsplan-Entwurfs beschlossen. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes sollen die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die städtebauliche Entwicklung eines Wohngebietes am südöstlichen Ortsrand von Schloßborn geschaffen werden. Das Planziel des Bebauungsplanes ist die Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebietes gemäß § 4 Baunutzungsverordnung (BauNVO) sowie die Sicherung der zugehörigen Erschließung. Zur Wahrung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung werden darüber hinaus unter anderem Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung, zur Bauweise und zu den überbaubaren Grundstücksflächen getroffen sowie bauordnungsrechtliche Gestaltungsvorschriften und wasserrechtliche Festsetzungen formuliert. Hinzu kommen Festsetzungen zur grünordnerischen Gestaltung und Eingriffsminimierung sowie die Regelung des naturschutzrechtlichen und artenschutzrechtlichen Ausgleichs.

    Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst in der Gemarkung Schloßborn, Flur 6, die Flurstücke 47/2, 48, 49, 50, 52/1, 53, 54/1, 56/1, 57, 58, 59/1, 106 teilweise, 107, 108, 109, 110, 111, 112, 113, 114 teilweise und 163 (Plankarte 1). Darüber hinaus werden in der Gemarkung Schloßborn, Flur 1, das Flurstück 1 teilweise und in der Flur 3 das Flurstück 17 teilweise in den Geltungsbereich einbezogen (Plankarten 2 und 3) und der Planung als externe Ausgleichsflächen für den artenschutzrechtlichen Ausgleich zugeordnet. Die Lage des Plangebietes sowie die Abgrenzung der räumlichen Teilgeltungsbereiche kann den nachfolgenden Übersichtskarten entnommen werden.

    Der Entwurf des Bebauungsplanes mit zugehöriger Begründung und Umweltbericht mit integriertem landschaftspflegerischen Planungsbeitrag, ein Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag, ein Fachbeitrag Wasserwirtschaftliche Belange, eine Verkehrsuntersuchung, ein Immissionsgutachten, eine ergänzende Stellungnahme zum Immissionsgutachten, ein Geotechnischer Bericht sowie die im bisherigen Verfahren eingegangenen umweltrelevanten Stellungnahmen liegen in der Zeit von

    Montag, dem 28.09.2020 bis einschließlich Freitag, dem 06.11.2020

    im Rathaus der Gemeinde Glashütten, Schloßborner Weg 2, Bauamt, während der allgemeinen Dienststunden der Verwaltung öffentlich aus. Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie wird um vorherige telefonische Terminvereinbarung mit dem Bauamt, Herrn Richard Meixner, unter der Telefonnummer 06174-292-30 gebeten. Während des oben genannten Zeitraums können von jedermann Stellungnahmen abgegeben werden. Der Inhalt dieser Bekanntmachung sowie die ausliegenden Unterlagen stehen während der Auslegungsfrist auch im Internet unter der Adresse www.gemeinde-glashuetten.de bzw. unter der Rubrik „Bauen & Wohnen“ zur Verfügung. Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bauleitplan unberücksichtigt bleiben können.

    Folgende Arten umweltbezogener Informationen liegen vor:

    a) Umweltbericht mit integriertem landschaftspflegerischem Planungsbeitrag: Kapitel zu den standörtlichen Rahmenbedingungen, Inhalten, Zielen und Festsetzungen des Planes, der Einordnung des Plangebietes und den in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten Zielen des Umweltschutzes, zu Emissionen, Abfällen und Abwässern, Risiken durch Unfälle und Katastrophen, Kumulierungswirkungen, zur Nutzung von Energie sowie zum Umgang mit Fläche, Grund und Boden. Darüber hinaus umfasst der Umweltbericht eine Beschreibung und Bewertung der voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen der Planung einschließlich der Maßnahmen zu ihrer Vermeidung, Verhinderung, Verringerung bzw. ihrem Ausgleich. Die Betrachtung der umweltrelevanten Schutzgüter umfasst dabei:

    • Boden und Wasser: Bodenfunktionsbewertung, Erosionsanfälligkeit, Oberflächengewässer und Schutzgebiete, Auswirkungen durch Bodenversiegelung und Eingriffsbewertung, Umgang mit Niederschlagswasser, eingriffsminimierende Festsetzungen und Maßnahmen.

    • Klima und Luft: Auswirkungen der Planung auf das Schutzgut Klima, Benennung eingriffsminimierender Festsetzungen und Maßnahmen.
    • Biotop- und Nutzungstypen: Beschreibung der Biotop- und Nutzungsstrukturen (Vegetationsaufnahme) und deren naturschutzfachlicher Wertigkeit (Bestands- und Eingriffsbewertung).
    • Artenschutz: Verweis auf durchgeführte faunistische Erhebungen und die Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Prüfung im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag. Vorkommen artenschutzrechtlich relevanter Tierarten, Benennung artenschutzrechtlicher Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen.
    • Schutzgebiete: Benennung des nächstgelegenen Naturschutzgebietes und FFH-Schutzgebietes mit entsprechenden Schutz- und Pflegezielen sowie Eingriffsbewertung. Hinweise auf angrenzende gesetzlich geschützte Biotope und Kompensationsflächen außerhalb des Plangebietes.
    • Biologische Vielfalt: Wirkungen der Planung auf die biologische Vielfalt.
    • Landschaft: Auswirkungen auf das Landschaftsbild, eingriffsminimierende Festsetzungen und Maßnahmen.
    • Mensch, Gesundheit und Bevölkerung: Auswirkungen auf angrenzende Wohnnutzungen, einwirkende Sportlärmemissionen mit Verweis auf Immissionsgutachten, Verkehrsaufkommen, Erholung.
    • Kultur- und sonstige Sachgüter, Kulturelles Erbe: Gesetzliche Regelungen zum Umgang mit Bodendenkmalen.
    • Gebiete zur Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität: Rahmenrichtlinie Luftqualität, Auswirkungen auf die bestehende und zu erhaltende bestmögliche Luftqualität.

    Hinzu kommt die Berücksichtigung der Eingriffsregelung mit Ermittlung des Kompensationsbedarfs und Beschreibung der Eingriffskompensation (vertragliche Zuordnung von Ökopunkten aus der Ökokontomaßnahme „Renaturierung der Nidda zwischen Krachenburg und Dortelweil“ im Gebiet der Stadt Bad Vilbel, Gemarkung Gronau, Flur 4, Flurstück 3/2). Ferner umfasst der Umweltbericht eine Übersicht der voraussichtlichen Entwicklung des Umweltzustands bei Nicht-Durchführung der Planung, Angaben zu den in Betracht kommenden anderweitigen Planungsmöglichkeiten und wesentlichen Gründen für die getroffene Wahl, eine Beschreibung der erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die betrachteten Umweltschutzgüter, die aufgrund der Anfälligkeit der nach dem Bebauungsplan zulässigen Vorhaben für schwere Unfälle oder Katastrophen zu erwarten sind sowie Ausführungen zur Überwachung der erheblichen Umweltauswirkungen (Monitoring) und eine allgemeinverständliche Zusammenfassung.

    b) Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag: Veranlassung und Aufgabenstellung, rechtliche Grundlagen und Methodik, Ermittlung der Wirkfaktoren, Festlegung des Untersuchungsrahmens, Vorauswahl potentiell betroffener artenschutzrechtlich relevanter Artengruppen (Vögel, Fledermäuse, Haselmaus, Reptilien, Amphibien), für die eine umfassende Prüfung zu den Verbotstatbeständen und der Vermeidung von Beeinträchtigungen erfolgte. Aus der Analyse sind als artenschutzrechtlich relevante Tiergruppen Vögel und Fledermäuse, die Haselmaus sowie die Schlingnatter hervorgegangen, für die Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen formuliert werden, damit das Eintreten von Verbotstatbeständen nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vermieden wird.

    c) Fachbeitrag Wasserwirtschaftliche Belange: Wasserversorgung, Oberflächengewässer, Abwasserbeseitigung und Abflussregelung entsprechend der „Arbeitshilfe zur Berücksichtigung von wasserwirtschaftlichen Belangen in der Bauleitplanung“.

    d) Verkehrsuntersuchung: Erfassung der Kfz-Belastung im Bestand, Abschätzung des zusätzlichen Verkehrsaufkommens durch die Planung sowie der zukünftigen Kfz-Belastung, Leistungsfähigkeitsuntersuchung der maßgeblichen Knotenpunkte, Konfliktanalyse zur Verkehrsabwicklung in der Ringstraße, Empfehlungen zur Berücksichtigung in der Planung.

    e) Immissionsgutachten mit ergänzender Stellungnahme: Prüfung der Einhaltung der Orientierungswerte nach DIN 18005 und der Immissionsrichtwerte der 18. BImSchV (Sportanlagenlärmschutzverordnung) der von außen in das Plangebiet einwirkenden Geräusche der angrenzenden Sportanlagen. Schallausbreitungsberechnung, Emissionsdaten und Beurteilungspegel mit Bewertung. Ergänzende Stellungnahme mit Neuberechnung aufgrund teilweise geänderter Eingangsdaten im Zuge der Fortschreibung der Planunterlagen zum Entwurf des Bebauungsplanes (Höhenmodell, überbaubare Grundstücksflächen, Art der baulichen Nutzung mit Immissionsrichtwerten, Lage der Immissionsorte).

    f) Geotechnischer Bericht: Baugrunderkundung im Vorfeld der geplanten Erschließungsarbeiten. Beschreibung durchgeführter Untersuchungen, Erkundung des Baugrunds und Laborergebnisse, Wasser im Baugrund, Hinweise für Leitungsbau, Wasserhaltung und Baugruben, geotechnische Eignung der angetroffenen Bodenarten, Hinweise zur Herstellung der Verkehrsflächen.

    g) Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB sind folgende Stellungnahmen mit umweltrelevanten Informationen eingegangen bzw. umweltrelevante Themen angesprochen worden:

    • BUND (06.08.2018): Hinweise und Anregungen zur Veranlassung und zum Planziel sowie zu den Planinhalten und Festsetzungen, zum Umgang mit Grund und Boden sowie zur Eingriffsregelung, Bodenversiegelung, Wohnsiedlungsdichte, zum Bodenschutz, Umgang mit Niederschlagswasser, zu grünordnerischen und eingriffsminimierenden Festsetzungen und Maßnahmen, schädlichen Umwelteinwirkungen, zur Baugestaltung und Gestaltung der Grundstücksfreiflächen, zu Lichtemissionen, zur Energieeinsparung und zu Ausgleichsmaßnahmen. Hinweise zu den umweltrelevanten Schutzgütern und zum Umweltbericht, zur Eingriffsbewertung und Ermittlung des Biotopwertdefizites sowie zur Eingriffsregelung, zu geschützten Tierarten und zu den Artenlisten.
    • Hessen-Forst, Forstamt Königstein (06.08.2018): Teilflächen des Plangebietes umfassen Wald im forstrechtlichen Sinne, Hinweis auf zu beantragende Rodungsgenehmigung und Waldumwandlungsverfahren. Hinweis zur Eingriffskompensation.
    • Hessen Mobil, Straßen- und Verkehrsmanagement Wiesbaden (01.08.2018): Erforderliche Verkehrsuntersuchung mit Leistungsfähigkeitsnachweis der maßgeblichen Knotenpunkte aufgrund des zu erwartenden Mehrverkehrs und der Anbindung an klassifizierte Straßen.
    • Kreisausschuss des Hochtaunuskreises (07.08.2018): Darstellungen und Festlegungen im Regionalen Flächennutzungsplan und Begründung der Planung, gesetzlich geschütztes Biotop und Kompensationsflächen, Eingriffsregelung und naturschutzrechtlicher Ausgleich, erforderliche Waldumwandlungs- bzw. Rodungsgenehmigung, Darstellungen des Landschaftsplanes, Eingriffs- und Ausgleichsplanung mit Bilanzierung. Anregungen, Empfehlungen und Hinweise zur notwendigen artenschutzrechtlichen Kompensation sowie zu den grünordnerischen und eingriffsminimierenden Festsetzungen und Maßnahmen. Abwasserbeseitigung, Oberflächengewässer, Altlasten und Grundwasserschadensfälle, erforderliches Lärmgutachten (Sportanlagenlärm).
    • Magistrat der Stadt Kelkheim (Taunus) (15.10.2018): Zusätzliche Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrten Ruppertshain und Fischbach.
    • Magistrat der Stadt Königstein im Taunus (24.07.2018): Auswirkungen der Verkehrszunahme auf die Verkehrssituation am Königsteiner Verkehrskreisel an der Bundesstraße B 8.
    • Regierungspräsidium Darmstadt (21.08.2018): Darstellungen und Festlegungen im Regionalen Flächennutzungsplan sowie Inhalte und Darstellungen des Landschaftsplanes des ehemaligen Umlandverbandes Frankfurt. Umgang mit Niederschlagswasser im Kontext des angrenzenden FFH-Gebietes. Hinweise auf artenschutzrechtliche Konflikte sowie zur Umsetzung artenschutzrechtlicher Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen. Immissionsschutz, Lufthygiene und Kleinklima sowie Bergrecht. Oberflächengewässer und Anregung zur Berücksichtigung von Gewässerrenaturierungsmaßnahmen am Silberbach im Zuge der Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung.
    • Regionalverband FrankfurtRheinMain (07.08.2018): Darstellungen und Festlegungen im Regionalen Flächennutzungsplan sowie Inhalte und Darstellungen des Landschaftsplanes des ehemaligen Umlandverbandes Frankfurt.
    • Stellungnahmen der Öffentlichkeit: Darstellungen und Festlegungen im Regionalen Flächennutzungsplan. Hinweise und Anregungen zur Begründung der Planung und zum Planziel sowie zu den Planinhalten und Festsetzungen, zum Umgang mit Fläche, Grund und Boden sowie zum Verkehrsaufkommen. Biotoptypen und Eingriffsbewertung sowie Ausgleichsmaßnahmen und Eingriffskompensation, derzeitiger Umweltzustand und Bodenverschmutzung im Bestand. Faunistische Erhebungen, geschützte Tierarten und artenschutzrechtliche Anforderungen. Klima und Luft, Trinkwasserversorgung sowie Entwässerung und Abwasserbeseitigung, historische und kulturelle Funde, Immissionsschutz, grünordnerische und eingriffsminimierende Festsetzungen und Maßnahmen, Wohnqualität und Auswirkungen auf angrenzende Wohnbebauung, sowie Einsatz von erneuerbaren Energien.

    Es wird darauf hingewiesen, dass nach § 4b BauGB ein Planungsbüro mit der Durchführung des Verfahrens beauftragt worden ist.

    61479 Glashütten, den 19. September 2020

    Der Gemeindevorstand
    der Gemeinde Glashütten

    Brigitte Bannenberg
    Bürgermeisterin

    Übersichtskarte zur Lage des Plangebietes (genordet, ohne Maßstab)


    Räumlicher Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Am Silberbach“ – 1. Bauabschnitt (genordet, ohne Maßstab)