Antrittsbesuch im Rathaus Glashütten


Zu einem informativen und konstruktiven Austausch trafen sich vor einigen Tagen der Glashüttener Bürgermeister Thomas Ciesielski und Korvettenkapitän der Reserve Florian Kluge im Glashüttener Rathaus. Kluge ist Stabsverbindungsoffizier des Kreisverbindungskommandos Hochtaunus (KVK HG) und damit für die militärisch-zivile Zusammenarbeit in der Region mitverantwortlich.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, standen bei dem Austausch verstärkt die vielfältigen Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Bereich der Landes- und Bündnisverteidigung, die sich aus dem Operationsplan Deutschland ergeben, im Vordergrund. Auch die Unterstützung, Aufnahme, Sicherung und Verpflegung von im Krisenfall potentiell durch Deutschland marschierenden Truppenteilen verbündeter Nationen im Rahmen des Host Nation Support gewinnen zunehmend an Bedeutung und rücken in den unmittelbaren Aufgabenfokus des KVK.

Ciesielski und Kluge diskutierten daher auch intensiv über die sicherheitspolitischen Konsequenzen für Deutschland und auch den Hochtaunuskreis. „Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtig, verlässliche Strukturen für den Bevölkerungsschutz zu kennen und zu stärken“, betonte Bürgermeister Ciesielski.

Vor dem Krieg in der Ukraine lag das Fähigkeitsprofil des KVK HG im Schwerpunkt auf Einsätzen im Rahmen der sogenannten Amtshilfe. Artikel 35 des Grundgesetzes regelt, unter welchen Voraussetzungen die Bundeswehr zur Unterstützung bei Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen auf Anforderung von Landesbehörden eingesetzt werden kann.

Korvettenkapitän Kluge erläuterte die Rolle der Kreisverbindungskommandos, die als Schnittstelle zwischen zivilen Verwaltungsstrukturen und der Bundeswehr fungieren. Das KVK unterstützt im Katastrophenfall beratend die zivilen Einsatzleitungen, koordiniert mögliche Hilfeleistungen und sorgt für eine reibungslose Zusammenarbeit mit den aktiven Truppenteilen der Bundeswehr. „Großschadensereignisse wie Waldbrände, Flutkatastrophen oder auch länger andauernde Stromausfälle erfordern oft erheblichen Personal- und Materialeinsatz – hier ist eine effiziente Koordination mit den Kollegen der Blaulichtorganisationen entscheidend“, so Kluge.

Die Mitglieder des KVK HG sind Reservisten, die diese verantwortungsvolle Aufgabe ehrenamtlich übernehmen. Durch regelmäßige Fortbildungen halten sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem neuesten Stand. Bürgermeister Ciesielski dankte Korvettenkapitän d. R. Kluge für sein Engagement und den guten Austausch in unsicheren Zeiten: „Es ist beruhigend zu wissen, dass wir im Ernstfall auf eine so professionelle und eingespielte Struktur zurückgreifen können. Natürlich hoffe ich, dass am Ende die Diplomatie siegen wird und die Welt in Zukunft wieder friedlicher ist, als momentan. Jedoch ist eine gute Vorbereitung und einen Plan zu haben wichtig, damit wir im Ernstfall nicht kalt erwischt werden.“