Erdbeben in der Türkei und Syrien


Die Nachrichten vom Erdbeben in der Türkei waren ein Schock für Makbule Coutinho. Ihre Geburtsstadt und die Heimatstadt ihrer Eltern, Pazarcik, befanden sich im Epizentrum der beiden verheerenden Erdbeben, die in der Nacht zu Montag und am Montagmorgen große Verwüstungen verursacht haben. Noch am Montag erreichten sie verzweifelte Anrufe und Hilferufe von Verwandten und Freunden. Viele Menschen waren lange nicht erreichbar und oft bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen. Mit ihrer Familie versuchte die Glashüttenerin sofort, von hier aus selbst Hilfe zu mobilisieren. Nun wendet sie sich mit der Bitte um weitere Unterstützung an die Menschen in Glashütten und Königstein. Unterstützt wird sie mit dieser Bitte von den Bürgermeistern beider Orte, mit denen sie sich heute im Königsteiner Rathaus traf.

Die Lage im Krisengebiet ist weiter katastrophal. Unzählige Handyaufnahmen, die von Verwandten und Menschen vor Ort geschickt wurden, dokumentieren das grausame Ausmaß der Zerstörung. Viele stehen nun vor den Trümmern ihres Lebens. Menschen übernachten noch immer aus Angst im Freien oder in Autos, was bei den vorherrschenden Temperaturen besorgniserregend ist. Auf einem Video sitzen Familien bei Minustemperaturen um ein Feuer herum, um sich ein wenig zu wärmen. „Aktuell herrschen nachts Temperaturen von bis zu minus 7 Grad vor“, hat sie von Verwandten erfahren. Erschwerend kommt hinzu, dass starke Schneefälle die Versorgung und den Zugang zu den Städten und Dörfern versperrt haben. Coutinho sagt: „Das Dorf meiner Eltern hat aufgrund der schwierigen Bedingungen erst am dritten Tag nach der Katastrophe eine Erstversorgung erhalten“. 

Der 38-jährige Glashüttenerin, die sich auch politisch in der CDU engagiert, gehört zu den Mitgliedern des Kulyanli Einigkeits- und Solidaritätsvereins e.V., dem über 300 Mitglieder im Main- und Hochtaunus-Kreis angehören.

Nach dem ersten Schock habe man sich direkt am Montag zusammengesetzt und einen Helferkreis gebildet, berichtet sie. „Wir haben überlegt, was wir tun können, wie wir helfen können“, erzählt sie. „Es ist nun fast eine Woche seit dem ersten Beben vergangen und noch immer wird die Gegend von Nachbeben der Stärke 5.0 erschüttert.“

Die Betroffenen in den vom Erdbeben stark betroffenen Regionen, benötigen dringend Gegenstände, um sich vor der Kälte zu schützen, wie beispielsweise Zelte, Schlafsäcke, Stromversorgungsgeräte wie Generatoren, Powerbanks sowie Babynahrung. Es fehlen auch medizinische Produkte, wie Medikamente, Prothesen, Orthesen sowie Gehhilfen und Rollstühle.

Daher sammelt man nun zusammen mit dem Schwesterverein Bozlar Dayanisma Dernegi e.V., dessen Mitglieder ebenfalls überwiegend aus den betroffenen Erdbebengebieten stammen, Geld- und Sachspenden. Diese Spenden werden entweder mit Lastwagen oder per Flug in die betroffenen Gebiete gebracht. „Die ersten LKW-Lieferungen befinden sich bereits im Katastrophengebiet und werden durch die Mitglieder unseres Vereins direkt vor Ort an Bedürftige verteilt“, erzählt Makbule Coutinho. Sachspenden können direkt an den Verein abgegeben werden:

Kulyanli Einigkeits- und Solidariätsverein e.V
Benzstraße 6
65779 Kelkheim

Hilfe kann aber auch durch Spenden an folgendes Konto des Vereins geleistet werden:

Empfänger: Bozlar Dayanisma Dernegi e.V.
IBAN: DE64 3755 1440 0100 1599 38
BIC: WELADEDLLV
Verwendungszweck: Kulyanli Spende Erdbeben Türkei 2023 

Coutinho: „Auch die Geldspenden werden direkt vor Ort eingesetzt. Das Geld soll aktuell primär für die Erstversorgung verwendet werden, um Geräte wie Taschenlampen, Generatoren und Ladestationen, die mit Sonnenenergie betrieben werden, zu besorgen.“ Auch mit einer Spende an eine der vielen großen Hilfsorganisationen kann jeder Bürger und jede Bürgerin helfen.

Aktuell sind vielerorts Menschen in Not, ganz besonders die Kriegsopfer in der Ukraine, durch die beiden verheerenden Erdbeben gibt es aktuell aber auch in der Türkei und Syrien große Not und viele hilfsbedürftigen Menschen.

„Wir haben uns, als wir von den Erdbeben hörten, Gedanken gemacht, wie auch wir Hilfe organisieren können“, sagt Königsteins Bürgermeister Leonhard Helm. „Leider sind unsere Mittel begrenzt und vieles was wir entbehren konnten, ist bereits in die Ukraine gespendet worden, ganz besonders aus Kreisen der Feuerwehr, sodass wir nun sehr gerne auf diese private Initiative hinweisen möchten und diese ebenfalls unterstützen“, ergänzt Thomas Ciesielski, Bürgermeister der Gemeinde Glashütten.

Coutinho ist sehr gerührt von der Anteilnahme und dem Engagement vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger. So auch, als sie die Anfrage an die beiden Bürgermeister stellte und auf offenes Gehör stieß: „Ich bin sehr froh, dass Bürgermeister Helm und Bürgermeister Ciesielski sich bereit erklärt haben, uns bei unserer Hilfsaktion zu unterstützen. Denn vor allem die Hilfen aus dem Ausland sind ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Notleidenden in meiner Heimat. Alles ist zerstört, Häuser, Schulen, Krankenhäuser und die gesamte Infrastruktur. Folglich zählt jede Spende, jede Hilfe, jeder Cent!“, sagt Coutinho abschließend.

Sachspenden werden über die E-Mail-Adresse kulyanli.erdbebenhilfe@gmail.com koordiniert. 

Eine Homepage für nähere Informationen ist eingerichtet. Über www.kulyanli.com können Sie sich interessierte nähere Informationen einholen.